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  Informationen zur psychotherapeutischen Hilfe
  Psychisches Leiden ist kein Einzelfall. Die folgenden Zahlen zeigen, wie viele Menschen davon betroffen sind:
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit etwa 400 Millionen Menschen von einer ernsten psychischen Erkrankung (wie z.B. der Depression) betroffen. Die Zahl der allgemein Psychotherapie-Bedürftigen wird noch höher geschätzt.
Allein in Deutschland befinden sich mittlerweile rund 250.000 Kassen-Patienten in psychotherapeutischer Behandlung. Für eine Psychotherapie sprechen verschiedenste Gründe.
 
  Während die Hilfestellung eines Psychotherapeuten in den USA als so selbstverständliche Service-Leistung gilt wie die eines Frisörs, geistern in vielen deutschen Köpfen häufig noch dubiose Vorstellungen von Art und Wirkungsweise der Psychotherapie herum.
Viele Betroffene wissen nicht, daß sie einen gesetzlichen Anspruch auf psychotherapeutische Hilfe haben. Seit einigen Jahren können Patienten den Therapeuten ihrer Wahl direkt aufsuchen, ohne daß ein Arzt sie dorthin überweisen muß.
Doch wie findet man unter den 20.000 niedergelassenenen Psychotherapeuten den oder die Richtige?
Listen mit Psychotherapeuten vor Ort stellen die jeweiligen Krankenkassen auf Anfrage zur Verfügung; ebenso wie die Landes- und Bezirksstellen der Kassenärztlichen Vereinigung.
Einen kostenlosen Telefon-Service zur Therapeuten-Suche bietet der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) an.
 
  Die ersten fünf Gesprächstermine beim Psychotherapeuten, sogenannte "probatorische Sitzungen", dienen Patient und Therapeut zum gemeinsamen Kennenlernen und dazu, das weitere Vorgehen zu besprechen. Diese Stunden werden in jedem Fall von der Krankenkasse bezahlt.
Fühlt sich der Patient bei seinem Therapeuten nicht wohl, sollte er möglichst frühzeitig einen anderen aufsuchen - ein solcher Wechsel wie im beschriebenem Fall ist auch aus Sicht der kostenerstattenden Kasse sinnvoll und legitim. Bei einer erneuten Kostenerstattung der fünf anfänglichen Sitzungen dürfte es also keine Probleme geben.
Für alle weiteren Sitzungen stellt der Therapeut direkt einen Antrag an die Krankenkasse.
 
  Folgende Therapieverfahren sind bei den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt und werden nach Prüfung des therapeutischen Gutachtens übernommen:
 
Analytische Psychotherapie
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Verhaltenstherapie
  Die Privaten Krankenkassen verfahren bei der Kostenübernahme für psychotherapeutische Leistungen meist ähnlich wie die gesetzlichen Krankenkassen, allerdings in unterschiedlichem Umfang. Wer privat versichert ist, sollte sich auf jeden Fall vor Beginn einer Psychotherapie bei seiner Kasse erkundigen!
 
  Vielen Betroffene verlangt der direkte Weg zum Therapeuten viel Mut ab. Gerade in akuten Krisensituationen kann es hilfreich sein, zunächst die kostenlosen Beratungsangebote der Evangelischen und Katholischen Kirche zu nutzen. Hier arbeiten neben Sozialpädagogen häufig auch psychologisch ausgebildete Berater.
Gerne steht in einer solchen Situation unsere Familientherapeutin Eva-Maria Hesse zu den angegeben Zeiten am umstaendehalber-Sorgentelefon zur Verfügung.
 
  letzte Änderung (21.01.2008 12:32:04)
 
  Psychotherapie 
 
Tieferliegende Ursachen psychischer Beschwerden kann man kaum selbst erkennen
Unbehandelte seelische Probleme erschweren den ohnehin stressigen Alltag zusätzlich
Dauerhafter Kummer kann die Entstehung sogenannter "psychosomatischer" Krankheiten begünstigen. Dies sind Erkrankungen, die sich in einer Vielzahl körperlicher Beschwerden (wie zum Beispiel Magen- und Darmleiden, Herzrasen, Schwindelgefühle oder Schlaflosigkeit) äußern, für die sich jedoch keine körperliche Ursache finden läßt.
Hierzu zählen sowohl die "psychologischen Psychotherapeuten", die in der Regel den Diplom-Studiengang "Psychologie" absolviert haben als auch die "ärztlichen Psychotherapeuten", also Allgemein- oder Fach-Ärzte, die eine Zusatzqualifikation in Psychotherapie erworben haben.
Psychotherapie-Infodienst PID: Diplom-Psychologen/innen beraten telefonisch und geben kostenlos Auskunft über die möglichen Behandlungsangebote in einer bestimmten Region.
Mo, Di, Do, Fr 9-12 Uhr; Mo und Do. 13-16 Uhr.
Tel. 0228-746699.
Die PID-Datenbank ist auch im Internet einsehbar: www.psychotherapiesuche.de
Die klassische Psychoanalyse ist das älteste Verfahren der Psychotherapie und gehört bereits seit 30 Jahren zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie geht davon aus, daß unbewußte Konflikte aus der frühen Kindheit schwere Störungen beim Patienten auslösen können. Während der Therapie liegt der Patient auf einer Couch und berichtet über Erinnerungen, Gefühle und Konflikte; der Analytiker sitzt hinter ihm und nimmt die Rolle eines neutralen Beobachters ein.
Die analytische Psychotherapie dauert gewöhnlich sehr lang; es werden bis zu 300 Therapie-Termine angesetzt.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wird inzwischen immer häufiger eingesetzt. Zwar basiert sie auf den gleichen Annahmen wie die klassische Analyse, beschränkt sich jedoch stärker auf die Lösung aktueller Konflikte im Leben des Patienten. Dieser liegt hier auch nicht auf der Couch, sondern sitzt dem Therapeuten gegenüber.
Die Behandlungsdauer ist wesentlich kürzer als bei der klassischen Psychoanalyse und umfaßt gewöhnlich zwischen 50 und 100 Stunden.
Die Verhaltenstherapie ist besonders zur Behandlung von Ängsten und Zwängen angezeigt. Bewilligt werden können bis zu 80 Sitzungen