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Details zu:   Sorgerecht in falscher Hand macht ledige Mütter erpressbar
 
09.12.2009 Mit der bislang gültigen Regelung, ledigen Kindsvätern das Sorgerecht im Regelfall nicht gegen den Willen der Mutter einzuräumen, wollte der deutsche Gesetzgeber ausdrücklich verhindern, dass ein gestörtes Verhältnis der Eltern das Kindswohl belasten kann.

Aus unserer jahrelangen Erfahrung in der deutschlandweiten Betreuung von Müttern, die in der Schwangerschaft vom Kindsvater alleine gelassen wurden, wissen wir:

Eine Neuregelung, wie sie durch das EU-Urteil gefordert wird, leistet genau dem Vorschub, wovor man das Kind schützen wollte: Vätern, die sich unter Umständen jahrelang nicht um ihre Kinder gekümmert haben, wird so die Möglichkeit gegeben, Entscheidungen der Mütter durch die Verweigerung ihres Einverständnisses vorsätzlich zu boykottieren - das reicht von banaler Alltagsbürokratie wie der Eröffnung eines Sparkontos für das Kind bis hin zu lebenswichtigen Entscheidungen wie geplanten Operationen.

Mütter, die sich, als sie schwanger wurden, für ihr Kind entschieden haben - nicht selten gegen den Willen des Vaters - berichten uns immer wieder von Sabotage- und Racheaktionen der Kindsväter, denen der eigene Nachwuchs ein Dorn im Auge ist - u.a. weil er Unterhaltskosten verursacht!

In vielen Fällen mag ein väterliches Sorgerecht gerechtfertigt sein. Wenn das Sorgerecht jedoch in falsche Hände gerät, sind Konflikte zwischen den Eltern vorprogrammiert. Zu erwarten ist eine Flut von Rechtsstreitigkeiten beider sorgeberechtigter Eltern. Dies belastet sowohl das Kind als auch die Gerichte, die sich damit beschäftigen müssen - auf Kosten des Steuerzahlers!

Unverheirateten Eltern steht es seit einigen Jahren offen, einvernehmlich das gemeinsame Sorgerecht beurkunden zu lassen. Tausende ledige Paare, die eine stabile Beziehung und ein gemeinsames Interesse am Wohlergehen ihres Kindes haben, haben seither von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. In vielen Fällen, wo sich die Eltern nicht auf ein gemeinsames Sorgerecht verständigen können, hat dies triftige Gründe!

Die Qualität der Beziehung eines Vaters zu seinem Kind - und damit auch das Kindeswohl - kann nicht durch neue Machtbefugnisse aufgewertet werden. Eine positives Vater-Kind-Verhältnis zeigt sich vielmehr in emotionalen Qualitäten: Liebe, Interesse und Zuverlässigkeit. Leider hapert es damit in vielen Fällen.

Allein in Deutschland kommen über 800.000 Väter ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nach, obwohl sie das aus finanzieller Sicht könnten, und bringen dadurch sowohl die Mutter des Kindes als in Folge auch das Kind selbst in existentielle Schwierigkeiten!

Zudem zeigt die Erfahrung: Es gibt Väter, die kein Sorgerecht besitzen und sich im Einverständnis mit der Mutter liebevoll um ihre Kinder kümmern - und Väter, die zwar das Sorgerecht haben, aber kein Herz für ihren Nachwuchs!

 
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